Liebe Freunde von Formost,
wir freuen uns, Sie auf den Artikel des Magazins der Süddeutschen Zeitung über die Renaissance ostdeutschen Designs „Schwerin Ordnung“, der am 30.9.2011 im Magazin in Zusammenarbeit mit Formost herausgegeben wurde, hinweisen zu können.
Schwerin Ordnung
Design aus Ostdeutschland gilt als muffig, unwichtig und ostalgieverdächtig.
Alles falsch. Zeit, mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen.
Von Susanne Schneider Fotos: Andreas Lux
Susanne Schneider entdeckte im Sommer in Schwerin bei einem Spaziergang das Geschäft form-ost. Man sagte ihr im Laden, dass dies eigentlich ein Museumsshop sei – nur ohne Museum. Die Stadtväter waren bis vor Kurzem angetan von dem Gedanken, ein Museum für DDR-Design in Schwerin zu eröffnen. Nun sind sie es, ohne nähere Begründung, nicht mehr. Auch darum musste Andreas Lux, 31, die Objekte in Archiven, Kellern und Privatwohnungen fotografieren.
1. Man soll endlich mit dieser Ostalgie aufhören, die nervt schon seit zwanzig Jahren.
Falsch: »Wäre nach der Wende ein Konzern wie Muji aus Japan gekommen und hätte die Design-Schätze der DDR gehoben und ähnlich liebevoll aufbereitet, wie es Manufactum in seinen Katalogen gemacht hat, dann wäre gutes DDR-Design heute weltweit gefragt«, behauptet Matthias Kanter, ein Maler, der in Schwerin ein Geschäft und einen Internetversand für neues und altes Ostdesign betreibt, beide heißen form-ost. Kanter hat mindestens zwei Mitstreiter: Florian Hufnagl, den Leiter der Neuen Sammlung der Pinakothek der Moderne in München, der in den verschiedenen Archiven der Neuen Sammlung seit der Wende DDR-Designerstücke sammelt und auch ausgestellt hat, und Günter Höhne, früher Chefredakteur der einzigen DDR-Designzeitschrift form+zweck, der Bücher über DDR-Produktkultur schreibt und ebenfalls Sammler ist. Matthias Kanter sagt auch, er habe überhaupt nichts gegen neue Entwürfe. Nur sollte man doch zuvor die alten prüfen, es lägen noch wahre Schätze aus DDR-Zeiten als Prototypen in den Archiven, die aus Materialmangel nie produziert wurden – vielleicht seien die ja nicht zu verbessern.
2. In der DDR haben sich die Designer doch alles von uns im Westen abgeschaut.
»Alles Käse«, schimpft Florian Hufnagl von der Neuen Sammlung. West wie Ost bezogen sich auf das Bauhaus. Im Westen, an der Ulmer Hochschule, war mit Max Bill ein Bauhaus-Absolvent Rektor, in der DDR leiteten Mart Stam und Walter Funkat, beide ebenfalls Bauhaus-Schüler, die Kunsthochschulen in Berlin-Weißensee und Halle. Auch viele andere Bauhaus-Schüler lehrten nach 1945 weiterhin in der DDR und bildeten Studenten aus. Aus Mangel an Material, der in der DDR herrschte, folgte ja nicht zwingend ein Mangel an Kreativität. Aber einem Staat, der immer zu wenig Rohstoffe zur Verfügung hatte, kamen die Leitgedanken des Bauhauses, die Reduktion aufs Wesentliche, freilich entgegen. Natürlich aber fanden ostdeutsche Designer westdeutsche wie Dieter Rams toll.
Auch Autos haben sich nicht an westlichem Design orientiert, wenngleich aus anderen Gründen: Es war vollkommen ausgeschlossen, Trabant und Wartburg in Konkurrenz zu BMW oder Mercedes zu stellen. Weil aber die Vorstellung von gutem Design bei den meisten Menschen, West wie Ost, fast immer durch Autos geprägt wird, schämten sich viele DDR-Bürger des Ost-Designs, nicht nur wegen der Autos. »Wären beispielsweise Kräne Maßstab für gutes Design, dann wäre die DDR Design-Weltmeister gewesen«, sagt Matthias Kanter von form-ost.
3. Design war kein Wert an sich in einer Mangelwirtschaft.
Die DDR war arm, aber nicht sexy. Falsch: Als die vielgerühmte Hochschule für Gestaltung in Ulm 1953 gegründet wurde (schon 1968 wieder geschlossen), gab es in der DDR bereits seit 1947 die Kunsthochschule Berlin-Weißensee und die Hochschule für Werkkunst in Dresden. Die berühmteste Hochschule der DDR für Design – offiziell: industrielle Formgestaltung – jedoch war Burg Giebichenstein in Halle. Über die sagte in den Sechzigerjahren der finnische Designer Tapio Wirkkala, der mit seinen Entwürfen für die Glasfabrik Iittala bekannt wurde, dass man die beste Ausbildung der Welt in Design auf Burg Giebichenstein bekomme. Wirkkala kannte DDR-Design. Für ostdeutsche Designer war es jahrelang einfacher, nach Skandinavien zu reisen als in die Bundesrepublik. Und Günter Höhne, ehemaliger Chefredakteur von form+zweck, sagt in einem Interview: »Was in Ulm ab 1958 gemacht wurde, war in Weißensee schon seit 48 angedacht und teilweise praktiziert worden.«
4. Wenn die DDR so schöne Produkte hervorgebracht hat, müsste man doch wenigstens ein paar Klassiker kennen.
Falsch: Nach Meinung von Experten stammen die schönsten Entwürfe des DDR-Designs aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Problem: Beide deutsche Staaten schrieben in den Fünfzigern »Made in Germany« auf ihre Exportgüter, nur eingefleischte Kenner wussten also, aus welchem Teil Deutschlands ein Produkt stammte. Florian Hufnagl von der Neuen Sammlung in München leckt sich heute noch die Lippen, wenn er Fotos der eleganten Holzmöbel sieht, die Franz Ehrlich 1956 für die VEB Deutsche Werkstätten Hellerau entworfen hat. »Schön, oder? Sind die nicht wunderschön?« Auch Ehrlich war Bauhaus-Absolvent aus Dessau. Am ehesten kennt man die Kameras von Carl Zeiss oder Praktica oder den Handstaubsauger »Omega«, die es leicht mit der westlichen Konkurrenz aufnehmen konnten. Kenner halten übrigens die Koffernähmaschine »Freia« von Ernst Fischer aus dem Jahr 1948 für die schönste Nähmaschine der Welt.
Einschränkung: In den Siebziger- und Achtzigerjahren mussten viele DDR-Fabriken für den Export produzieren. Der Staat brauchte Devisen, der Westen bekam billige Waren. Neckermann und Quelle ließen viele Produkte in ostdeutschen Fabriken herstellen und Ikea seine Billy-Regale. Meist blieben für den ostdeutschen Markt nur Waren zweiter und dritter Wahl übrig, was den Stolz der Bürger auf ihre Produkte nicht mehrte. Seit den Siebzigerjahren ähnelten heimische Staubsauger, Messer oder Föhne zunehmend denen westdeutscher Firmen. Der Grund: Sollte ein Staubsaugerhersteller einen Exportauftrag ergattern, musste man nur noch das westdeutsche Versandhausschild draufpappen.
5. Wenn die DDR so tolle Designer ausgebildet hat, müsste man doch ein paar davon kennen.
Falsch: Designer blieben ungenannt, die Anonymität des Kollektivs war heilig. Die kollektive Formgestaltung hat Designer wie Hedwig Bollhagen (Keramik), Hubert Petras (Gefäßdesign) oder Margarete Jahny (Hotelgeschirr »Rationell«) in der Anonymität verblassen lassen. Schon mal von Renate Müller gehört? Nein? Die New York Times schon. Die Zeitung schrieb vor einem Jahr eine große Geschichte, als Müllers therapeutische Spieltiere in der R20th Century Gallery in Tribeca gezeigt wurden; die stellt sie seit Mitte der Sechzigerjahre her, alle riesig, alle in Handarbeit genäht, manche mit dem Gewicht des lebenden Vorbilds und alle umwerfend einzigartig. 1976 wurde die thüringische Spielzeugfirma in Sonneberg, in der sie arbeitete, Staatseigentum. Auch Renate Müllers Entwürfe gehörten nun dem Staat. Nach dem Mauerfall kaufte sie die Rechte an ihren Entwürfen zurück. Die meisten Tiere liefert sie inzwischen nach Japan.
6. Gutes Design findet Nachahmer, DDR-Design nicht.
Falsch: Typisch nordisches Design kommt oft aus Halle. Ikea verkauft seit Jahren Lampen, die in der DDR erdacht wurden: Um Energiekosten zu sparen, musste in der DDR die Produktion von Heizsonnen eingestellt werden. Die Firma »Hallesche Metalldrücker« schraubte daraufhin Glühbirnen statt Heizstrahler in die Metallteile der Heizsonnen, hängte die Geräte an die Decke und nannte sie Lampen. Gemeinsam mit der benachbarten Hochschule für Formgestaltung, Burg Giebichenstein, entwickelte die Firma zahlreiche weitere Lampen, vielfach mit Designpreisen bedacht und bis heute bei Ikea im Sortiment. Oder: 1985 hatten zwei Designer eine steckbare Leuchte »Clip Clap« aus Kunststoffteilen entworfen, die jedoch kein DDR- Unternehmen je produzierte. Einer der beiden Designer entdeckte 1998 auf der Frankfurter Messe »Tendence« seinen Entwurf bei der italienischen Firma Slamp. Er hat sich dann mit dem Unternehmen auf die Urheberschaft geeinigt.
7. Außer dem Sandmännchen und dem Abbiegepfeil hat doch kein DDR-Produkt die Wende erfolgreich überstanden.
Das hätte nach der Wende fast gestimmt, ändert sich aber gerade. So stellt seit 1994 Kahla wieder Hotel- und Haushaltsporzellan her, und seit 2011 wird in Thüringen wieder die Schwalbe gebaut, das berühmte Pendant zur Vespa, jetzt als Elektroversion; Nomos-Glashütte-Uhren gibt es noch und vielleicht besser denn je; und vor allem hochwertiges Kinderspielzeug wie den Schaukelwagen von Hans Brockhage, der rollen, schaukeln und wippen kann. Er wird so aufwendig in Handarbeit hergestellt, dass er 390 Euro kostet. Viel Geld, aber zu DDR-Zeiten gab es ihn in jedem Kindergarten. Heute wird er, wie anderes gutes Holzspielzeug, vor allem nach Japan exportiert.
Von Siegfried Zoels erreichte uns folgender Ausstellungshinweis den wir hier gern mit Ihnen teilen.
DDR-Design-Ausstellung ehem.Karl-Marx-Buchhandlung
Pressemitteilung
In den denkmalgeschützten Räumen der früheren Karl-Marx-Buchhandlung in Berlin präsentiert die Ausstellung formDDR überwiegend industriell hergestellte Produkte – von Möbeln über Haushaltsgegenstände aller Art bis zu Spielzeug aus der DDR. Zu sehen sind bereits Designklassiker gewordene Objekte ebenso wie nahezu Unbekanntes. Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil erweist sich DDR-Design keineswegs als minderwertig, grau und langweilig, sondern überrascht mit einer Fülle gestalterischer Qualitäten. Verantwortlich für die Ausstellung ist der gleichnamige Verein formDDR e.V. 2010 gegründet sammelt und erforscht er Design der DDR zwischen 1949 und 1989 und stellt es aus. Nach der ersten Überblicks-Ausstellung sind für die Zukunft weitere Präsentationen zu einzelnen Themen und Persönlichkeiten des DDR-Designs geplant. Langfristig strebt der Verein einen festen Standort für seine Forschungs- und Ausstellungstätigkeit an.
Ort: Karl-Marx-Allee 78, 10243 Berlin
Eröffnung: 21.07.2011 18.30 Uhr
Dauer: 22.07. – 28.08.2011
Öffnungszeiten: freitags – sonntags 15 – 20 Uhr
Sonderöffnung: Lange Nacht der Museen 27.08.2011 18 – 2 Uhr
Führungen: auf Anfrage
Kontakt: Wolfgang Binder, formddr@t-online.de, Tel. 030/83109394
Berlin, 05.07.2011
Hier der aktuelle Newsletter von Günther Höhne mit Lesenwertem aus seiner Werkstatt und seiner persönlichen Sicht auf den Designbetrieb!
NEWSLETTER 02/2011
- www.industrieform-ddr.de
- www.alltagskultur-ddr.de
- www.brandenburgertheater.de/kunsthalle-brennabor/
- www.kulturring.org
„Nähe von konkreter Kunst und Design Chance und Gefahr“
Eine Veranstaltung der Villa Esche und der Marianne Brandt-Gesellschaft e. V.
Donnerstag, 19. Mai 2011, 19:00 Uhr, Villa Esche
Seit Josef Albers´ Zeit als Lehrer des Bauhauses Dessau in den 1920er Jahren bis heute haben Künstler an der Überwindung ihrer strengen künstlerischen Konzeptionen in den angewandten Bereichen gearbeitet.
Dabei ging es ihnen um die Überwindung der klassischen Einteilung und Trennung von freier und angewandter Kunst und Gestaltung. Der Vortrag wird deutlich machen, dass es Dank einer einheitlichen Ästhetik von konkreter Kunst und Design, eine besondere Nähe der beiden Gestaltungsbereiche gibt.
An einer Reihe von Beispielen berühmter Künstler, wie Max Bill, Richard Paul Lohse, Anton Stankowski oder auch der amerikanischen Minimalisten wird diese Nähe oder auch Verwandtschaft dargestellt. Auch am Beispiel der Plauener
Sommerakademie, die sich als Form der interdisziplinären
Gestaltung versteht, wurde und wird die Verbindung von Kunst und Design angestrebt und vorgestellt werden.
Es spricht: Klaus Helbig, bekannter Plauener Diplomformgestalters und Lehrer an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg
Form-Ost war am Anfang der Museumsshop für ein Museum des Designs im Osten Deutschlands, dass wir mit Günter Höhne in Wismar realisieren wollten. Bis heute ist das Museum eine Idee geblieben,aber die Zusammenarbeit und Freundschaft zu Günter und Claudia Höhne sind eine wesentliche Basis unserer Arbeit. Niemand hat wie er seine Kenntnis zur Designgeschichte der DDR für eine Arbeit wider das Vergessen geleistet und nicht zuletzt die persönliche Bekanntschaft mit vielen Gestaltern hat ihm und seiner Frau die Kraft gegeben, ein Thema zurück in den Designdiskurs zu bringen, das manche kulturpolitisch Verantwortlichen gern unter dem Teppich der Kulturgeschichte begraben hätten. Das alles taten Sie ohne Auftrag und Honorar. Umso schöner ist der zunehmende, auch internationale Erfolg seiner Publikationen und Ausstellungen.
Wir freuen uns, dass wir jetzt seinen regelmäßig erscheinenden Newsletter unter "Aktuell" veröffentlichen können.
Liebe Rundbriefleser!,
dieser erste Newsletter des Jahrgangs 2011 liess eine Weile auf sich
warten und leider das gesamte erste Quartal des neuen Jahres
verstreichen. Das hat verschiedene Gründe:
Zum einen forderten mich geplante eigene Projekte und einige zusätzlich
herangetragene Bitten um Mitwirkung bei externen Vorhaben. Zudem
beanspruchen mich Vorbereitungen auf einige öffentliche Veranstaltungen
in den kommenden Wochen und Monaten, zu deren Mitwirkung ich mich
bereiterklärt habe, vor allem aber nimmt mich das Vorhaben in Anspruch,
mein Internetportal zur Geschichte der ostdeutschen Produktkultur um
weitere Text- und Bildbeiträge zu ergänzen sowie das Angebot im
Menue-Kapitel „Medien-Box“ zu erweitern – ein recht aufwendiges
Unterfangen. Dies alles sind pure Ein-Mann-Arbeiten – also keine Rede
von beschaulichem „Ruhestand“ für einen, der seinem 68. Lebensjahr
entgegensieht. Und nicht zuletzt beschäftigen, bedrücken mich sehr,
genauso wie Sie, liebe Abonnenten, die beunruhigenden Botschaften, die
uns in diesen Wochen aus dem Nahen und dem Fernen Osten erreichen. Das
lässt eigenes „normales“ Wirken und Werken doch zuweilen banal
erscheinen und in den Hintergrund rücken.
Inhalt dieses Rundschreibens sind Informationen und Reflexionen, die
Personalia und andere Denkwürdigkeiten aus der ostdeutschen
Design-Szene betreffen, des weiteren Hinweise auf Ausstellungen und
Veranstaltungen sowie ein glossierendes Schlaglicht auf eine modische
deutsche Design-Zeiterscheinung unserer Tage.
Ihr Günter Höhne
http://www.industrieform-ddr.de/joomla/medien-box?func=fileinfo&id=36
ERZÄHLUNG VON GRAU
Erzählung von grau
(bis März 2012)
Die Erinnerung ist Blick durch ein Prisma. Das Prisma ist ein Keil zweier Flächen, die sich in der brechenden Kante unter dem brechenden Winkel schneiden. Ein Strahl wird von der brechenden Kante weg, nach dem dickeren Ende hin gebrochen. Ein durch ein Prisma betrachteter Gegenstand erscheint nach der brechenden Kante hin verschoben. Trifft ein Strahl senkrecht auf planparallele Platten, bleibt er ungebrochen.
"Erzählung von grau" begibt sich in den Außenraum, geht auf Suche nach dem Grau in der Nachkriegsmoderne. Der Mischung aus Schwarz und Weiß. Und deren Bestandteilen. Denn subtraktive und additive Farbmischungen ergeben nicht die gleichen Endfarben…
Ab 27.3.2011
form gestaltung in der ddr
Gießerweg 2a
38855 Wernigerode
So. 13.00 - 18.00
Schön, wenn eine Filmproduktion sich nach 83 Jahren noch an den gleichen Hersteller wenden kann, wenn es um historische Genauigkeit geht! Dieses Glück hatten die Ausstatter der Hindenburg!
1928 baute man in Stendal die Originalmöbel. Wer statt feinem schwarzen Rindsleder das originale, safrangelbe Kunstleder wünscht, kann dies bei uns als Sonderanfertigung bekommen!
Der Schaukelwagen ist zurück! Wiedergeburt einer Designikone!
Der aus Sachsen stammende und international bekannte Bildhauer Hans Brockhage studierte von 1947 bis 1952 an der Hochschule für Werkkunst in Dresden.
Die Traditionen seiner erzgebirgischen Heimat im Herzen, formte er im Rahmen einer Studienaufgabe ein Schaukelpferd.
Sein Lehrer war Mart Stam und dieser gab den entscheidenden Impuls - "Wenn Pferd fällt um, ist Pferd tot..."
Es waren die Ideen des Bauhauses, die den jungen Hans Brockhage auf den richtigen Weg führten. Die Bewegungslust der Kinder, die doppelte Funktion und die sparsame Ästhetik der Form sind in ihrer Summe die Basis des genialen Schaukelwagens.
Das war im Jahre 1950. Und fortan erkannte die Welt, daß der Schaukelwagen den Spielfreuden der Kinder und den Augen der Erwachsenen gut tut. Ein, im ehrlichen Sinne des Wortes, einfaches Spielgerät wurde zur Design-Ikone.
An der Ulmer Hochschule, von Max Bill ausgezeichnet, auf der Triennale in Mailand prämiert, im Museum of Modern Art in New York gezeigt und bei Sotheby`s versteigert, das sind einige Stationen der Erfolgsgeschichte.
Der Schaukelwagen wurde 1951 patentiert und in verschiedenen Betrieben der damaligen DDR produziert.
Wir, die Werkform GmbH, haben nach konstruktiven Verhandlungen die exklusive Lizenz zur Herstellung erhalten. Alte Schaukelwagen wurden gekauft, die Zeichnungen wiederbeschafft und die Fertigungstechniken intensiv untersucht. Der Schaukelwagen kann nun in originaler Bauweise erworben werden. Er ist für den Außen- und den Innenbereich geeignet.
Eine Tradition wird weitergeführt und erhält ihre wertgemäße Umsetzung mit Nummerierung und Originalstempel.
Der Schaukelwagen Spielgerät & Design-Ikone
www.form-ost.de/produkte-klassiker-der-schaukelwagen-spielgeraet-design-ikone-1556.php
Leben und Werk von Prof. Hans Brockhage
Liebe Freunde der Marianne Brandt-Gesellschaft,
am 17.02.2011, 19.00 Uhr findet in der Villa Esche anlässlich des 86. Geburtstages und 2. Todestages im Gedenken an unseren ehemaligen Ehrenvorsitzenden und Mitbegründer unserer Gesellschaft Prof. Hans Brockhage ein Vortrag über ihn, sein Werk und sein Leben statt.
Wir laden Sie zu diesem Vortrag herzlich ein.
Bitte informieren Sie uns, wenn Sie an dieser Veranstaltung teilnehmen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Carmen-Sylva Hueber
Vorsitzende
Marianne Brandt - Gesellschaft e. V.
Leben und Werk von Prof. Hans Brockhage
Professor Hans Brockhage, einer der namhaftesten deutschen Bildhauer der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, sah sich den gestalterischen Vorbildern der Moderne verpflichtet, mit
besonderer Hingabe seiner Lehrerin Marianne Brandt.
Brockhages Herkunft aus dem Erzgebirge hat ihn aber auch lebenslang mit den besten Traditionen der volkskünstlerischen Figurenauffassung verbunden. Diese Quellen seines
Künstlertums beschrieb er in den letzten Lebensjahren in mehreren Büchern, die den Weg von
der Figur über die kunsthandwerkliche und vorwiegend auf Architektur bezogene Gestaltung bis zur Dimension der meisterhaften Holzskulpturen nachzeichnen.
Den letzten Ausschlag, so resümierte Marianne Brandt ihr Schaffen, gibt immer die künstlerische Persönlichkeit.
Der Vortrag wird Eindrücke von Hans Brockhages Künstlerpersönlichkeit skizzieren.
Mit einer Neuauflage wurde der berühmte von Prof. Brockhage entworfene Schaukelwagen von der der Fasa AG wieder zu neuem Leben erweckt. Ein Exemplar wird anlässlich des Vortrages feierlich als Dauerleihgabe für die Studienräume der Marianne Brandt-Gesellschaft übergeben.
(zukünftig zu besichtigen: Mo-Fr von 9-18 Uhr in der Heinrich-Beck-Str. 22).
Wir freuen uns sehr, dazu Frau Brockhage (Witwe) mit Tochter Anna Franziska Schwarzbach, sowie den Sohn Peter Paul Brockhage begrüßen zu dürfen.
Es spricht: Reinhold Lindner

